Eine Kartographie von Angebot und Inanspruchnahme non-formaler Bildung (Akronym: UP)
In Wissenschaft und Politik wird qualitativ hochwertige non-formale Bildung zunehmend als ausschlaggebendes Instrument zur Förderung von Chancengleichheit betrachtet – und das bereits ab der frühen Kindheit. Ziel ist es, neben einer ausreichenden quantitativen Verfügbarkeit auch die inhaltliche Qualität der Angebote sicherzustellen. In den letzten 20 Jahren hat sich dieser Bildungsbereich – angetrieben durch gesetzliche Maßnahmen zur Stärkung von Quantität und Qualität – deutlich weiterentwickelt. Gleichwohl mangelt es noch immer an belastbaren Daten und fundierten Erkenntnissen, die eine vertiefte Analyse ermöglichen würden.
Eine systematische Auswertung von Verwaltungsdaten, wie z. B. die im Rahmen des chèque-service accueil (Kinder von 0-12) erhobenen Daten, ist ein zentraler Ausgangspunkt für die Schließung dieser Lücken. Die Analyse dieser Daten kann wertvolle Erkenntnisse sowohl zu den Nutzer*innen der verschiedenen Angebote als auch zu den Zugangsbedingungen im Bereich der non-formalen Bildung liefern. Im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen bilden solche Ansätze eine evidenzbasierte Grundlage, um die Herausforderungen anzugehen, auf die unter anderem im Themenbericht SEA-Strukturen hingewiesen wurde.
Das UP-Projekt basiert auf Methoden, die bereits im Rahmen der Projekte ESICS und EVOSS Anwendung fanden. Es nutzt eine Kombination von Mikrodaten aus unterschiedlichen Quellen: Daten des chèque-service accueil, Daten zur Zulassung (Genehmigung für den Betrieb von Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen, Elternassistenz-Angeboten oder mini-crèches) und Sozialversicherungsdaten, die von der IGSS bereitgestellt werden. Das Projekt wird die Profile der Nutzer*innen sowie die Bandbreite der verfügbaren Angebote analysieren, um sowohl die Vielfalt der Leistungen als auch die Unterschiede in der Nutzung differenziert darzustellen. Dadurch lassen sich potenzielle sozioökonomische Disparitäten sowie sozialräumliche Verteilungsmuster erkennen und näher untersuchen. Schließlich strebt das Projekt an, aussagekräftige Indikatoren für das Monitoring des Bereichs der non-formalen Bildung zu identifizieren, die für eine evidenzbasierte Steuerung unerlässlich sind.